Vortrag: Krieg und Bürgerkrieg in Kurdistan

25.02.2016, um 19:00 Uhr im Infoladen (Hersdorfstr.15/Ju.w.e.l. e.V.)

Krieg und Bürgerkrieg in Kurdistan

Seit dem Angriff des Islamischen Staates auf Shengal im Irak und Kobani in Syrien 2014 ist der Begriff Kurdistan in den Medien wieder präsent. 2014 konnten diese Angriffe durch die YPG (syrisch-kurdische
Selbstverteidigungsstreitkräfte), die HPG-Guerilla und durch die Peshmergas der irakisch-kurdischen Autonomieregierung zurückgeschlagen werden. Seitdem finden weiter heftige Gefechte zwischen kurdischen Verbänden und Djihadisten unterschiedlicher Coleur statt. Vor allem in Syrien konnte die YPG gemeinsam mit den us-amerikanischen Luftschlägen den IS zurückdrängen. Doch die Kurd_innen sind nicht nur eine säkulare Kraft gegen den Islamismus. In Rojava (Westkurdistan – in Syrien) konnte sich auch eine Rätestruktur mit demokratischen Grundsätzen herausbilden.

Während sich in Syrien die Interessen von Nato-Mitgliedern und die Ziele der kurdischen Selbstverwaltung in weiten Teilen überschneiden, hat das Nato-Mitglied Türkei im Südosten des eigenen Landes erneut mit einem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung begonnen. Gestützt durch die
Vereinbarung der Europäischen Union und der deutschen Bundesregierung zur Flüchtlingsabwehr versucht Staatspräsident Erdogan durch diesen Krieg sein autokratisches Regime zu errichten.

In der Bilanz trifft man also auf eine Entwicklung voller Widersprüche und damit ein Paradebeispiel für die komplizierten Situationen, die im Nahen Osten immer wieder auftreten. Der Vortrag versucht diese Widersprüche zu erklären und einen Einstieg in die derzeitige politische Situation – vor allem Nordkurdistans – zu geben.

Volker Hinck ist Politikwissenschaftler und bereiste im August 2015 Nordkurdistan.